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Echt
oder falsch ? |
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Die Frage stellt sich eigentlich
nicht. Sie sollte lauten ist das Möbel aus der Zeit?
1.) Möbel der historischen
Stilrichtuntgen
Dazu zählt man alle alten Möbel
einschließlich des Biedermeier, daher vom Mittelalter
bis etwa 1830 bis 1835. Romanische oder gotische Möbel
können wir in der weiteren Betrachtung ausschließen,
da sie äußerst selten im Handel sind und meist
nur noch in Museen bewundert werden können.
Worauf wir unseren Blick richten
sollten:
a.) Patina:
Patina der Oberfläche (Veränderung
des Farbtones der Hölzer im Laufe der Zeit unter
Licht- und Lufteinwirkung, Gebrauch, Pflege. Farblicher
Unterschied zwischen der abgedeckten und der dem Licht
ausgesetzten Fläche.
Nußbaumholz, Kirschbaumholz, dunkler, warmer Ton
- bei intensivem Sonnenlicht bleicht es aus. Ahorn -
vergilbt, Mahagoni nimmt einen goldenen, schimmernden
Ton an, Rosenholz verliert sein Rot und wird gelbbraun.
Zur Patina zählen vergilbte Polituren, Firnisse
verkrusteter Schmutz und Staub und auch tief in das
Holz eingedrungene Tintenflecken, Fett - und Petroleumflecken,
Brandstellen, etc.
b.) Beschädigungen:
- Aufgesprungene Furniere
- Risse im Holz
- Verzogene Flächen
- Bei Sitzmöbel mechanische Schäden durch
Überbeanspruchung
- Druck- und Schlagspuren
- Kratzer
- Losgerissene und fehlende Furnierstücke
c.) Wurmbefall
d.) Marketerien:
Ältere Arbeiten - weniger exakt
und regelmäßig (Teile wurden mit der Hand
gesägt)
e.) Profilleisten:
Keine maschinellen Hilfsmittel, wurden
mit der Hand gehobelt.
f.) Furnierdicke:
Furnieren bis zum Ende des 16. Jahrhunderts
etwa 3-6mm dick und kleine Stücke. Anfang des 18.
Jahrhunderts Furnierdicke 2,5 bis 3 mm dick, auch die
Furnierflächen wurden größer
g.) Konstruktion:
Schublade mit stark abgelaufenen Seiten
Abgenützte Laufleiste
Schubladenböden sind von unten stumpf aufgesetzt
und mit Holznägel befestigt
Rückwände von Kastenmöbel sind mit dem
Korpus verbunden. In der Renaissance sind sie stumpf
auf die Seitenwände aufgesetzt, später wurden
sie eingefälzt oder eingenutet.
h.) Beschläge:
Griffe und Schlüsselschilder wurden
massiv aus Bronze oder Messing gegossen, erst später
aus dünnem Messingblech gepreßt.
i.) Verwendung alter Teile:
Zusammensetzung alter Fragmente mit
neuen Teilen
2 verschiedene alte Teile (manchmal auch verschiedene
Stilrichtungen)
2.) Fälschungen von Möbel der historischen Stile:
Das sind jene Möbel,
die mit der Absicht hergestellt wurden, den Käufer
zu täuschen. Eine meisterliche Fälschung vermag
auch einen versierten Fachmann hinters Licht zu führen.
Nur wissenschaftliche Untersuchungen können dies aufdecken
(C14-Methode zur Altersbestimmung des Holzes, womit die
Echtheit des Holzes auch noch nicht zu 100% bewiesen ist).
Diese Überlegung bezieht sich nicht auf mittlere und
untere Preisklassen, da dies nicht rentabel wäre. Anders
ist die Situation bei Möbel der oberen Preisklasse
und Kunstwerken.
Auswahl der zeitentsprechenden Hölzer: Mahagonimöbel
wurden im Stile Louis-seize statt mit richtigem Westindischen
Mahagoni mit billigem, afrikanischem Mahagoni nachgebaut.
Schlagspuren und Kratzer, die zu gleichmäßig
und an unpassenden Stellen mit einem stumpfen Gegenstand
geschlagen wurden.
Furniere sind zu dünn.
3.) Antike Möbel des Elektizismus
(Historismus):
Gemeint ist die Zeit zwischen
1835 und 1880, also der Anschluß an das Biedermeier.
Antik bedeutet ein Mindestalter von 100 Jahren. Im 19. Jahrhundert
wurde kein eigener Baustil entwickelt, sondern man ahmte
von der Gotik bis zum Biedermeier nach, oder wandelte ab.
Bei solchen Möbel ist die Täuschung, bzw. Verwechslung
viel eher möglich als bei tatsächlichen Fälschungen.
Es gibt Antiquitätenhändler, die - um Verwechslungen
auszuschließen - solche Möbel überhaupt
nicht führen.
Das sind Möbel unserer
Tage, die historische Stile nachahmen.
Die Stilrichtungen entwickelten
sich in den verschiedenen europäischen Ländern
aus der vorangegangenen. Es können jedoch keine scharfen
zeitlichen Grenzen gezogen werden. Es ergeben sich daher
Überschneidungen.
Zwischen den einzelnen Ländern gibt es wesentliche
Unterschiede und die Stilperioden dauerten unterschiedlich
lang und hatten auch verschiedene Bezeichnungen. Schwierig
wird auch die Datierung in den Übergangsperioden oder
bei einfachen, bürgerlichen Möbeln.
Eine grobe Einteilung kann wie folgt erstellt werden:
~ 1400 - 1500 Gotik
~ 1500 - 1630 Renaissance
1630 - 1720 Barock
1720 - 1760 Rokoko
1760 - 1830 Klassizismus
1830 - 1890 Elektizismus = Historismus
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