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Das
Restaurieren |
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- Beschläge abmontieren
- Ablaugen: (lose Holzteile säuberlich entfernen und
aufbewahren)
- Eventuelles Reparieren von abgenutzten Teilen
- Risse im Holze ausspannen
- Furnier ausbessern
- Verleimen
- Schleifen
- Grundieren, Polieren der Schlösser und Beschläge
- Zusammenbauen
Die Oberflächenbehandlung:
Das Bleichen und Beizen
sollte nur im äußersten Fall eingesetzt werden,
bei zu dunkel geratenen und störend wirkenden neu
eingesetzten Partien.
2.) Mattieren und Polieren:
a.) Mattieren Variante 1 (einfachste
Methode)
Holzoberfläche - sauber und trocken. Auftragen des
Hartgrundanstriches mit einem flachen Pinsel. Diese Grundierung
schließt die Poren der obersten Holzschicht und
verhindert damit, daß der folgende Auftrag zu tief
einsinkt.
Man läßt die Fläche ca ½ Stunde
trocknen, zieht sie leicht mit Stahlwolle ab, entstaubt
und trägt auf die gleiche Weise einen zweiten Anstrich
auf. Nach einer Trockenpause wird nochmals mit Stahlwolle
oder Bimsmehl und Schleiföl unter einem weichen Lappen
fein geschliffen. Dann trägt man mit einem sauberen
Lappen ein gutes Möbelwachs auf und reibt es gründlich
in die Holzoberfläche ein. Nach einer weiteren Pause
poliert man mit einem frischen, weichen Lappen gut und
ausdauernd.
b.)Mattieren Variante 2
Zur Grundierung trägt man gekochtes Leimöl satt
mit dem Pinsel auf oder reibt es mit einem Lappen in das
Holz ein. 3-4 Wochen trocknen lassen . Danach wird mit
einem Lappen gründlich abgerieben und wie unter Variante
1 gewachst.
c.) Mattieren Variante 3
Man reibt Schleiföl mit einem Lappen in die Oberfläche
ein. Nach 2 bis 3 Tagen Ruhezeit trägt man mit einem
weichen Pinsel eine Grundierung von sehr stark vedünnter
Schellackpolitur auf - schnell arbeiten, damit keine sichtbaren
Pinselstriche entstehen.
Nach dem Trocknen zieht man die Fläche mit Stahlwolle
ab und bringt einen zweiten, stark verdünnten Anstrich
auf. (Bei stark saugendem Holz einen dritten bzw. Vierten).
Dieser wird dann mit Bimsmehl und Schleiföl unter
einem weichen Stoffballen gut, aber vorsichtig geschliffen.
Nach gründlichem Abbürsten wird wie unter Variante
1 gewachst.
Möbelwachs: gutes Möbelwachs
verwenden, kein Bodenwachs.
Selbstherstellung:
Bienenwachs (aus der Drogerie) im Wasserbad schmelzen
und unter ständigem Rühren mit der 5-fachen
Menge von gereinigtem, echtem Terpentinöl vermischen.
Das Wachs mit einem sauberen Lappen gut in das Holz einreiben
und polieren.
Hohe Schule der Politiertechnik.
Das Schellackpolitierverfahren besteht darin, daß
in Sprit gelöster Schellack durch zweckentsprechendes
Verreiben auf eine Holzfläche derart aufgetragen wird,
daß der nach dem Verdunsten des Sprites zurückbleibende
Schellack die Holzporen ausfüllt und auf dem Holz eine
völlig glatte Oberfläche erzeugt.
Mittel und Hilfsmittel des
Schellackpolitierverfahrens:
- Schellak-Polituren, Hilfspolituren und Politurverdünnungsmittel
- Schleif - und Politieröle
- Schleifmittel
- Ölentfernungsmittel
1.) Die Polituren und
ihre Verdünnungsmittel:
Polituren sind Lösungen von Harzen in Lösungsmittel.
Als Harze kommen Natur- und Kunstharze in Frage. Hauptsächlich
wurden Schellack, Kopal, Sandarak und Benzol verwendet.
Die Schellackpolitur besteht aus Schellack und Sprit. Von
der Schellakmattierung unterscheidet sich dadurch, daß
sie weniger Zusätze, insbesondere kein Öl enthält.
Das zum guten Verarbeiten notwendige Öl wird vom Politierer
während des Politierens selbst auf die Fläche
oder den Politierballen gebracht. Je nach der Sorte des
Schellacks, der in Sprit gelöst wird, erhält man
verschiedene Sorten von Schellackpolituren, z.B. dunkle,
blonde, helle, weiße, unfiltrierte und filtrierte
Polituren.
Rezept: 100 - 150 Gramm fein zerkleinerter, auripigmentfreier
Schellack werden in 1 Liter Politierspiritus gelöst.
Öfters umrühren oder schütteln Um die Lösung
zu klären wird sie filtriert (Filterpapier oder alter
Filzhut - mühsam), Filtrierapparat.
Um diese langwierige Angelegenheit zu umgehen kann man auch
- um eine reine, klare Schellaklösung zu erhalten -
die angesetzte Politur längere Zeit, ohne sie zu schütteln
an die Wärme, z.B. an die Sonne stellen. Das Schellakwachs
und die Verunreinigungen setzen sich langsam ab. Man erhält
die reine Politur. Sie wird vorsichtig abgegossen. Der Bodensatz
kann als Zusatz zur Innenmattierung verwendet werden.
Das Herstellen von Schellackpolitur wird heute kaum mehr
praktiziert, es gibt hervorragende Markenpolituren.
2.) Die Schleif - und Polieröle:
Holzoberflächen, die poliert werden sollen, werden
manchmal vor der Polierarbeit geölt und eventuell mit
Öl geschliffen. Es wird Schleiföl verwendet, um
die Holzfasern geschmeidig zu machen und gleichzeitig die
Holzmaserung hervorzuheben.
Je nach Farbe des Holzes wird das Öl ausgewählt:
Helle und weiße Hölzer - weißes Schleiföl
Braune und dunkle Hölzer - rotgefärbtes Schleiföl
Das Rotfärben der Öle geschieht mit Alkannin (Alkanna-Wurzelextrakt)
bzw. Mit öllöslichem Anilinfarbstoff.
Früher wurde das Ölen der Flächen vor dem
Polieren mit gekochtem Leinöl vorgenommen. Bei Verwendung
von Leinöl war ein wochenlanges Trocknen erforderlich,
bevor mit der eigentlichen Polierarbeit begonnen werden
konnte. Heute verwendet man dünnflüssige Schleiföle,
z.B. säure- und harzfreies Vaselinöl. Unterschied
zwischen Leinöl und Mineralöl als Schleiföl
auf Holz:
Leinöl erhärtet durch die Aufnahme von Sauerstoff
aus der Luft und bildet auf der Holzoberfläche mit
der Zeit einen harten Firnisfilm, der die Holzporen ausfüllt
und als vorzügliche Unterlage Für Polituren gilt.
Mineralöl hingegen trocknet nicht auf, bleibt flüssig
und bildet keinen harten Film.
Polieröle während des Politierens sind notwendig,
um der Klebrigkeit der Polituren während der Polierarbeit
entgegenzuwirken. Die Schellackpolituren werden mit den
Politierballen Schicht für Schicht aufgetragen, wobei
die frisch aus dem Ballen fließende Politurflüssigkeit,
die bereits aufgetragene, erhärtete Politurschicht
wieder anzulösen und aufzureißen vermag, wenn
dies nicht durch Mitverwendung von Polieröl verhindert
wird.
Polieröl = dünnflüssiges, säure- und
harzfreies Mineralöl, z. B. Paraffinöl.
Mineralöle (Vaselinöl, Paraffinöl) sind Produkte,
die aus Erdöl (Petrol) gewonnen werden.
Leinöl ist pflanzlichen Ursprungs und wird durch Pressen
des Leinsamens gewonnen.
3.) Die Polierschleifmittel:
Schleifpapier: Kork- oder HolzklotzBimssteinmehl: beim Schellackverfahren
als Porenfüllmasse (geringe Mengen verwenden - Grauschleier)
Stahlwolle: wird verwendet zum Schleifen von Politurschichten
(bei Schnitzereien, Kehlleisten), paßt sich leicht
den Konturen des Holzes an.
4.) Die Ölentfernungsmittel:
Beim Polieren bildet das verwendete
Polieröl auf der Politurschicht einen schleierartigen
Überzug, daher ist es notwendig dieses Öl zu entfernen.
Verschiedene Methoden und Mittel.
Methode: siehe Kapitel "Auspolieren".
Ölentfernungsmittel: Politiersprit, Benzolpolitur und
Ausziehlack (Petersburgerlack), Schwefelsäure gemiensam
mit Wienerkalk, Seifenprodukte (Putzsteine), Abpolierwasser
(Polish).
Das wichtigste Werkzeug ist
der Politierballen: Inhalt= Wollsocken oder Watteballen.
Der Grundierballen wird mit grobem Leinen oder grobem Trikot
umwickelt, damit die Politur gut durchlaufen und das eventuell
verwendete Bimssteinmehl sich zwischen den weichen Strickmaschen
einlagern kann. Als Umwicklung für den Deckballen dient
grobes, aber engmaschiges Leinen, für den Auspolierballen
verwenden wir feines Leinen. Größe und Form des
Polierballens sind den zu polierenden Flächen anzupassen
und ist in einer gut zu verschließenden Polierbüchse
aufzubewahren, damit er nicht austrocknen kann.
Das Schellackpolitierverfahren (moderne
Verfahren), Spitz-, Schwabbel- und Spachtelverfahren mit
Zellulose und Kunstharzlacken.
Die Technik des Schellakpolitierverfahrens:
a.) die Vorarbeiten:
Das Schleifen und Ölen:
gut geschliffen ist halb poliert: Ungebeizte, mit Putzhobel
und Ziehklinge sauber verputzte Oberflächen werden
in langen Zügen mit feinem Schleifpapier unter dem
Korkklotz in Längsrichtung geschliffen, Schleifstaub
sauber wegbürsten. Gebeizte Oberflächen nur
leicht schleifen, besser mit Roßhaar abreiben.
Ölen mit Schleiföl (Holzfasern werden geschmeidig,
Holzstruktur wird klar und feurig).
Vorgeölt werden nur solche Holzoberflächen,
deren Farbton dies zuläßt oder verlangt (starkfarbige
oder dunkle Hölzer). Das Auftragen erfolgt mit Putzfäden
(Putzwolle), die man
In Öl tränkt und kräftig auswringt. Das
Ölen erfolgt sparsam, aber gleichmäßig.
Schleifrückstände und überschüssiges
Öl nimmt man durch Aufstreuen von Tannenholzsägemehl
und nachfolgendes Abreiben mit trockenen Putzfäden
weg. Geölte Holzoberflächen sollen vor dem Grundieren
ca 12 Stunden ruhen, damit sich das Öl gleichmäßig
verteilen kann.
Auffüllen der Holzporen
und mit der übrigen Holzfläche auf gleiche Höhe
zu bringen. Es wird dünne Politur und Bimssteinmehl
verwendet, nicht jedoch Sprit- und Bimssteinmehl.
Das Auftragen der Grundpolitur: Erst soll die Fläche
mit Politur ein oder zweimal eingelassen werden. Einlassen
mit präparierter Watte oder mit dem Politierballen.
Wird mit Watte eingelassen, so legt man, wie beim Mattieren,
Politurbahn neben Politurbahn in Längsrichtung mäßig
feucht an. Arbeitet man mit dem Politierballen, führt
man den Ballen in langen Schleifen in Holzfaserrichtung
über die ganze Fläche, verteilt dann ebenfalls
in langen Schleifen quer zur Faserrichtung, dann in kleineren
Schleifen nochmals in der Längenrichtung und zuletzt
in kleineren, ovalen quer zur Faserrichtung.
Nach dem Einlassen oder Anlegen mit Politur wird als Schleifmittel
Bimssteinmehl zu Hilfe genommen. Bimssteinmehl wird auf
ein Brettchen gegeben und wird darauf zuerst mit Grundierballen,
der halb und halb mit Politur und Sprit gefüllt ist,
verarbeitet. Dann beginnt das Grundpolieren. Das füllen
des Ballens mit Politur und Sprit: Die Politur wird direkt
in die Strickwolle gegeben (Leinenüberzug zurückschlagen),
Sprit kann durch den Leinenstoff hindurch in den Ballen
gefüllt werden. Damit sich Politur und Sprit gut
mischen und in der Strickwolle verteilen, wird der Ballen
auf einem Brett oder der Handfläche geklopft.
Die Führung des Ballens:
Der Druck auf den Ballen geschieht mit der Handhöhlung,
die Führung mit den Fingern. Die Bewegungen sind
Rundungen von Kreisen, Achtern und langen Ovalen oder
Schleifen.
Das Grundpolieren geschieht ohne Mitverwendung von Polieröl,
aber unter Benützung beider Hände, wobei die
eine mit der Handfläche auf den Handrücken der
anderen gelegt wird, damit der gleitende Ballen kräftig
aufgedrückt werden kann. Mit dem gut befeuchteten
Ballen werden die Flächen, besonders auch die Ränder,
in schleifenförmigen, kreisförmigen und ovalen
Bewergungen überfahren. Zwischendurch poliert man
wieder einmal quer, dann wieder in Längsrichtung.
Gegen Ende des Grundpolitierens wird noch eine stark verdünnte
Politur, eventuell nur Poliersprit allein in den Ballen
gefüllt und auspolitiert. Darunter versteht man ununterbrochenes
Polieren mit einem frisch gefüllten Ballen, solange,
bis er völlig politurfrei und "trocken"
ist. Bei trockenem, auspolitiertem Ballen ist dessen Auflagefläche
weiß.
Jede grundpolitierte Fläche muß ruhen, damit
sie gut austrocknen kann. Je länger, desto besser.
c.) Das Deck- oder Nachpolieren:
Das Nachpolieren hat den
Zweck, die während des stehengelassen grundierten
Flächen "eingefallenen, nachgesackten Poren"
erneut zu füllen.
Vor dem Nachdecken wird die grundierte Fläche mit
feinem Schleifpapier geschliffen und mit sauberen Putzfäden
gereinigt. Für das Deckpolitieren wird der Politierballen
mit feinem Leinen umhüllt, wenig Polieröl auf
die Fläche gegeben und die bereits beschriebenen
Politierzüge gezogen. Beim Nachdecken muß jeder
Ballen auspolitiert werden. Der Ballen muß "ziehen",
d.h. er darf nicht über die Politur hinwegschlüpfen.
Schlüpft er weg, so ist das ein Zeichen, daß
zuviel Polieröl verwendet wurde. Die nachpolitierte
Fläche soll bereits einen schönen, spiegelnden
Glanz zeigen, völlig glatt sein und keine Unebenheiten
mehr aufweisen.
Damit bezweckt man, daß
der anpolierten Fläche bleibender Hochglanz verliehen
wird. Zum Auspolitieren wird der feine, separat aufbewahrte
Auspolierballen benützt. Man befeuchtet ihn schwach
mit stark verdünnter Schellackpolitur oder einer
Mischung aus Schellackpolitur und Benzoepolitur oder nur
mit Benzoepolitur alleine. Der Ballen soll schwach, aber
gleichmäßig angefeuchtet sein. Mit etwas Öl
poliert man einige Zeit, bis der Ballen angetrocknet ist,
nimmt ihn auseinander, bespritzt mit Spiritus, reibt mit
den Händen die Strickwolle gut durch bis sich alle
Schellackrückstände völlig aufgelöst
haben, gibt den Lappen wieder darüber und poliert
weiter. Der Ballen soll lange in Verbindung mit der Fläche
bleiben. Die Kunst des Auspolitierens beruht darauf, daß
der Ballen zu gleicher zeit vollkommen ausgetrocknet,ist,
wenn die letzten Ölreste von der Fläche verschwinden.
Die letzten Ölreste können durch "Abwienern"
oder Behandlung mit Auspolierwasser befreit werden.
Abwienern: die Polierte Fläche wird mit ca. 10%iger
kalter Schwefelsäure mittels Watte oder Lappen gleichmäßig
angefeuchtet. Dann wird etwas Wienerkalk im Beutel aufgepudert
und das entstandene Gemisch von Schwefelsäure, Wienerkalk
und Polieröl durch Reiben mit dem Ballen entfernt.
Das Auspolierwasser wird mit einem Watteballen auf die
Flächen gebracht. Man läßt es antrocknen
und entfernt es darauf mit Flanellstoff.
Eine auspolitierte Fläche soll einen fadenlosen,
klaren Hochglanz ohne bläulichen Schimmer zeigen.
Die Poren sollen vollständig gefüllt sein und
die Farbe des übrigen Holzes tragen; je glatter eine
Fläche, desto schöner ist sie.

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